Manifest zum Tag der Kunstbrötchen 21. Mai 2014


ÜBER DAS KUNSTBRÖTCHEN.

THESEN UND REFLEXIONEN.

 

TAG DER KUNSTBRÖTCHEN

 

Seit 2012 ist der 21. Mai der „Tag der Kunstbrötchen“. Erfunden und ausgerufen haben ihn Künstlerinnen der GEDOK Wiesbaden-Mainz. Der „Tag der Kunstbrötchen“ stellt die Wertschätzung künstlerischer Arbeit 24 Stunden lang in den Mittelpunkt.

Jeder Kunstbrötchen-Jahrestag hat seine eigene Kunstbröt-chen-Edition: 2012 „vergoldet, verkohlt, verlegt“;

2013 „Heureka!“; das Kunstbrötchen 2014 trägt den Titel „Das Dingsda da“.

 

 

VIERUNDZWANZIG STUNDEN

 

Kunstbrötchen sind eine Investition in die Qualität der Zeit. Der „Kunstbrötchentag“ beginnt um 00:00 Uhr und endet um 24:00 Uhr. Während einer Erdumdrehung, d. h. 86400 Sekunden lang, geschieht das, was geschieht und das, was nicht geschieht. Kunst ist Geschehen und Nicht-Geschehen.

 

 

VERFLUXT. WHAT’S HAPPENING?

 

Und alles, was geschieht und nicht geschieht, geschieht jetzt, bezieht sich auf die unmittelbare Gegenwart, gibt bedächtig dem Moment Raum und agiert rasant im Raum aus dem Moment - mit allen Anwesenden und spontanen Reaktionen: collageartige Komponenten, Aktionsabläufe, inszeniert und improvisiert, vergänglich, nicht reproduzierbar, unver- käuflich; Objekte, erdacht, geschaffen, dauerhaft, limitiert - im verfluxten Raum verkäuflich.

 

Kunstbrötchenkunst ist keine Brötchenkunst.Kunstbrötchen müssen noch nicht einmal Brötchen sein, dürfen es aber. Kunstbrötchen sind Ur-Sachen. Kunstbrötchen sind Transfor­mationen. Kunstbrötchen sind Emotionen. Kunstbrötchen sind Unsinn. Kunstbrötchen sind ernst zu nehmen. Kunstbrötchen sind ein deutscher Klassiker. Kunstbrötchen sprechen alle Sprachen. Kunstbrötchen sind ein Bekenntnis.

 

 

SIND KUNSTBRÖTCHEN BROTLOS? MACHEN SIE SATT? ODER HUNGRIG?

 

Kunstbrötchen kann man nicht konsumieren. Sie sind nicht zum Verzehr geeignet. Sie sind kein Lebensmittel. Sie sichern nicht die menschliche Existenz, sie versichern uns jedoch der schöpferischen Existenz. Kunstbrötchen sind unser täglich Brot – als Künstler, als Künstlerin. Sie sind unser Ding.

 

 

WIESBADEN-DING

 

Nachdem der erste Kunstbrötchentag in der Mainzer Walpoden­akademie stattfand, der zweite in Bingen, dem Geburtsort der GEDOK-Gründerin Ida Dehmel, sollte das Kunstbrötchen 2014 in Wiesbaden heimisch werden.

 

Gastgeber und Kooperationspartner: das „Künstlerhaus 43“ in der Webergasse. Thema: der (unbezahlte) unsichtbare Teil der künstlerischen Arbeit - hinter den Kulissen, in Proben, am Schreibtisch, in der Werkstatt, am Telefon ... Konzept: über 24 Stunden hinweg ein stündlich wechselndes Programm - und das unter Beteiligung von über 30 Mainzer und Wiesbadener Künstlern und Künstlerinnen aus allen Sparten.

 

Das Programm selbst – ein Glücksgriff, die eingereichten Förderanträge bei Stadt, Amt und Bank - glücklos.

 

 

DAS DINGSDA DA 2014

 

So ist das Kunstbrötchen 2014 in die „Unschuld der Dinge“ (Gaustraße 28, Mainz) umgezogen und hat nicht nur den Namen, sondern auch seine Gestalt und sein Programm für diesen Tag gewandelt. Es wurde zum „Dingsda da“.

 

Ein Ding (Sache, Gegenstand, Objekt), das sich nicht identi­fizieren lässt, wird schnell zum Dingsda. Wer Die Dinge er­kennt, kann sie nicht unbedingt benennen. Manche sprechen für sich. Vielleicht singen sie sogar.

„Die Dinge singen, hör ich so gern“. (Rilke)

 

 

TAG DER KUNSTBRÖTCHEN 2015

 

Kunstbrötchengeber sind ausdauernd. Wir werden die Förderan-träge neu stellen und hoffen darauf, unser geplantes Programm im nächsten Jahr im Wiesbadener Künstlerhaus 43 umsetzen zu können. Titel „Das unsichtbare Brötchen“.

 

 

SPONSOREN-DING

 

Wer das Kunstbrötchen-Ding unterstützen will, kann das mit dem Kauf eines „Gefällt-mir-Buttons“ für 10 Euro tun.

 

Übrigens, das Dingsda da, das ist kein Brötchen. Und eine Pfeife ist es auch nicht. Ceci n’est pas une pipe. (Magritte)